DFH Indien Fonds

 

 

euroDas Landgericht Stuttgart hat mit Urteil vom 30.5.2014 einem Anleger zur Rückerlangung der gesamten Investitionssumme von 50.000 € verholfen. Die Commerzbank AG hatte dem Anleger im Juni 2008 den DFH Indien Fonds I empfohlen. Nicht aufgeklärt hatte die Commerzbank AG den Anleger über die Tatsache, dass sie dafür eine Vertriebsprovision bzw. Rückvergütung erhalten hat. Dieser Umstand führte dazu, dass das Landgericht Stuttgart die Commerzbank AG zur Rückzahlung der gesamten Investitionssumme an den Anleger verurteilt hat.

Betroffene Anleger sollten sich umgehend von einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen. Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser vertritt eine Reihe geschädigter Anleger des DFH Indien Fonds II.

Der DFH Indien Fonds II startete ein knappes Jahr nach dem DFH Indien I. Obwohl von der Konstruktion her vergleichbar, ist die Rechtslage  bei dem DFH Indien II gesondert zu betrachten. Bereits am 15.5.2008 war im Handelsblatt ein Artikel erschienen, der auf mögliche Umsatzeinbrüche der indischen IT-Wirtschaft aufgrund der US-Subprimekrise hinwies. Die indische IT-Wirtschaft war in starkem Maße von Auftraggebern aus den USA abhängig. Drei von fünf der Zielobjekte waren für indische IT-Unternehmen vorgesehen. Das Handelsblatt gehört zur Pflichtlektüre, die ein Berater auswerten und kennen muss. Dies betrifft insbesondere die Rechtslage bei den Anlegern des DFH Indien II, weil diese durchweg nach dem 15.5.2008 gezeichnet haben.

Darüber hinaus stellt sich die Frage der Vermittlungsprovisionen, die laut Prospekt für die Vermittlung der Zwischenfinanzierung gezahlt worden sind. Auf Seite 130 des Verkaufsprospektes wird ausgeführt, dass die beiden Gründungsgesellschafterinnen Provisionen in Höhe von zusammen 1.750.000 € für die Vermittlung eines Zwischenfinanzierungskredits zur Vorfinanzierung des Eigenkapitals erhalten haben. Nähere Angaben zu den Vermittlungsverträgen werden im Prospekt nicht gemacht.

Die Fondsgesellschaft Immobilien Development Indien II GmbH & Co. KG ging mittelbare Beteiligungen an den indischen Projektentwicklungsgesellschaften Manjera, Tech Oasis, Lady Ratan Seasons, Tata Colony und Luxor Cyber City ein – so war es von vornherein geplant.

„Tech Oasis“ ist ein IT-Park in einem Vorort von Delhi; bis Ende März 2012 sollten dort 507.000 m² Büros, ca. 94.000 m² Handelsflächen und 100.000 m² Wohnungen sowie ein Hotel errichtet und verkauft werden.

„Lady Ratan Seasons/MIG Bandra“ ist ein Projekt zur Schaffung von ca. 68.000 m² Wohnfläche, „exklusiver Wohnungen“ in zentraler Lage in Mumbai; die Wohnungen sollten bis Ende Juni 2010 gebaut sein und anschließend verkauft werden.

„Manjera“ ist ein Immobilienprojekt mit gemischter Nutzung in der Nähe von Hyderabad.

„Tata Colony“ sind 6 moderne Bürohäuser mit einer Gesamtfläche von ca. 81.000 m² in einem Geschäftszentrum von Mumbai. Die geplante Fertigstellung war bis Ende März 2010, anschließend sollte der Verkauf stattfinden.

„Luxor Cyber City“ ist ein IT-Park in der Nähe von Delhi, es ging um die Errichtung von 454.000 m² Bürofläche speziell für IT-Unternehmen.

Die mittelbaren Beteiligungen der DFH Indien Fonds  sehen bei den einzelnen Projekten wie folgt aus:

Tech Oasis: die mittelbare Beteiligung beläuft sich auf 25 %.

Manjeera: die Fondsgesellschaft ist mit 59 % „an einer mauritischen Gesellschaft“ beteiligt, die wiederum 49 % an der Projektgesellschaft hält.

Tata Colony: die Fondsgesellschaft ist mit 48 % „an einer mauritischen Gesellschaft“ beteiligt, die wiederum 28,99 % an der Projektgesellschaft hält.

Lady Ratan Seasons/MIG Bandra: die Fondsgesellschaft ist mit 55 % „an einer mauritischen Gesellschaft“ beteiligt, die wiederum 49 % an der Projektgesellschaft hält.

Luxor Cyber City: 15 % „an einer Mauritiusgesellschaft“, die wiederum 49,4 % an der Projektgesellschaft hält

Die mittelbaren Beteiligungen der Fondsgesellschaft an den Projektgesellschaften liegen somit zwischen 7,4 % und ca. 25 %. Dies ist viel zu wenig, um Kontroll- oder Mitspracherechte wahrnehmen zu können.

Darauf hätten die Anleger hingewiesen werden müssen, was häufig nicht geschehen ist.

Im Prospekt werden die Immobilien als sicher, rentabel und wertbeständig angepriesen.

Keines der Projekte ist bis heute fertiggestellt!

Schon im Jahre 2007 gab es Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der ZEIT und im Handelsblatt, in denen über massive Probleme der Projektentwickler z.B. in der Metropole Mumbai aufgrund von Protesten von Slumbewohnern die Rede war. Für die Projekte mussten 300.000 Menschen umgesiedelt werden. Bereits im Jahr 2007 regte sich dagegen Widerstand. Darauf wurde von den Beratern regelmäßig nicht hingewiesen.

Nach unserer Erfahrung sind die Beratungsgespräche in vielen Fällen nicht anleger- und objektgerecht erfolgt.

Die Anlage passte in Wirklichkeit nicht zu den Anlagezielen des Anlegers und es wurde in vielen Fällen nicht zutreffend über das mit der Anlage verbundene Risiko unterrichtet. Soweit die geschuldete Aufklärung durch Übergabe des Verkaufsprospektes und/oder eines sogenannten Beratungsprotokolls erfolgt sein soll, kommt es zunächst darauf an, ob  diese Unterlagen dem Anleger rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden sind. Eine Übergabe erst im Zeichnungstermin ist nicht rechtzeitig. Es versteht sich von selbst, dass der Anleger den 190 Seiten starken Verkaufsprospekt im Zeichnungstermin nicht mehr zur Kenntnis nehmen kann. Auch ein zehnseitiges, einzeilig bedrucktes Beratungsprotokoll, kann im Zeichnungstermin nicht mehr mit der erforderlichen Sorgfalt zur Kenntnis genommen werden. Wenn die Übergabe des Verkaufsprospektes rechtzeitig geschehen ist, kommt es auf die Frage an, ob dieser richtig ist. Insoweit kann auf die obigen Ausführungen verwiesen werden.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kommt in derartigen Fällen ein Schadensersatzanspruch wegen Beratungspflichtverletzung in Betracht. Der Anleger erhält seine Anlagesumme zuzüglich Agio zurück abzüglich erhaltener Ausschüttungen Zug um Zug gegen Übertragung der Beteiligung. Daneben kommt auch eine Haftung der Gründungsgesellschafterinnen in Betracht.

IMG_6603 (2)-2 Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser steht Ihnen für eine unverbindliche telefonische Kontaktaufnahme unter der Tel.-Nr. 0431/99 69 7080 gern zur Verfügung.