DFH Indien Fonds

 

 

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Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser vertritt eine Reihe geschädigter Anleger des DFH Indien Fonds II.

Nach unserer Erfahrung sind die Beratungsgespräche in vielen Fällen nicht anleger- und objektgerecht erfolgt und waren deshalb pflichtwidrig.

Für die Anleger des DFH Indien Fonds ist dabei das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 23.3.2017 – III ZR 93/16 – sehr zu begrüßen. Bislang hatten viele Landgerichte und Oberlandesgerichte nämlich Klagen von Anlegern mit dem Argument abgewiesen, Schadensersatzansprüche seien verjährt, weil der Anleger grob fahrlässig gehandelt habe, wenn  er die Risikohinweise aus dem Beratungsprotokoll nicht gelesen habe. Diese Praxis hat der Bundesgerichtshof nun beendet. Wenn der Anleger das Beratungsprotokoll unterzeichnet hat, ohne den Text des Beratungsprotokolls zu lesen, handelt er deswegen nicht grob fahrlässig. Er darf den Empfehlungen seines Beraters vertrauen und muss nicht das Beratungsprotokoll oder den Prospekt auf Widersprüche durchsuchen.

Damit ist für betroffene Anleger auch jetzt noch der Weg frei für eine Prüfung der Schadensersatzansprüche wegen Beratungspflichtverletzungen.

Die Zeit rennt jedoch. Zu beachten ist nämlich die kenntnisunabhängige zehnjährige Verjährungsfrist, die taggenau zehn Jahre nach der Beratung endet. Wer beispielsweise am 20.11.2007 beraten wurde und gezeichnet hat, dessen Ansprüche verjähren mit Ablauf des 20.11.2017.

Der DFH Indien Fonds II startete ein knappes Jahr nach dem DFH Indien I. Obwohl von der Konstruktion her vergleichbar, ist die Rechtslage  bei dem DFH Indien II gesondert zu betrachten. Bereits am 15.5.2008 war im Handelsblatt ein Artikel erschienen, der auf mögliche Umsatzeinbrüche der indischen IT-Wirtschaft aufgrund der US-Subprimekrise hinwies. Die indische IT-Wirtschaft war in starkem Maße von Auftraggebern aus den USA abhängig. Drei von fünf der Zielobjekte waren für indische IT-Unternehmen vorgesehen. Das Handelsblatt gehört zur Pflichtlektüre, die ein Berater auswerten und kennen muss. Dies betrifft insbesondere die Rechtslage bei den Anlegern des DFH Indien II, weil diese durchweg nach dem 15.5.2008 gezeichnet haben.

Darüber hinaus stellt sich die Frage der Vermittlungsprovisionen, die laut Prospekt für die Vermittlung der Zwischenfinanzierung gezahlt worden sind. Auf Seite 130 des Verkaufsprospektes wird ausgeführt, dass die beiden Gründungsgesellschafterinnen Provisionen in Höhe von zusammen 1.750.000 € für die Vermittlung eines Zwischenfinanzierungskredits zur Vorfinanzierung des Eigenkapitals erhalten haben. Nähere Angaben zu den Vermittlungsverträgen werden im Prospekt nicht gemacht.

Die Fondsgesellschaft Immobilien Development Indien II GmbH & Co. KG ging mittelbare Beteiligungen an den indischen Projektentwicklungsgesellschaften Manjera, Tech Oasis, Lady Ratan Seasons, Tata Colony und Luxor Cyber City ein – so war es von vornherein geplant.

„Tech Oasis“ ist ein IT-Park in einem Vorort von Delhi; bis Ende März 2012 sollten dort 507.000 m² Büros, ca. 94.000 m² Handelsflächen und 100.000 m² Wohnungen sowie ein Hotel errichtet und verkauft werden.

„Lady Ratan Seasons/MIG Bandra“ ist ein Projekt zur Schaffung von ca. 68.000 m² Wohnfläche, „exklusiver Wohnungen“ in zentraler Lage in Mumbai; die Wohnungen sollten bis Ende Juni 2010 gebaut sein und anschließend verkauft werden.

„Manjera“ ist ein Immobilienprojekt mit gemischter Nutzung in der Nähe von Hyderabad.

„Tata Colony“ sind 6 moderne Bürohäuser mit einer Gesamtfläche von ca. 81.000 m² in einem Geschäftszentrum von Mumbai. Die geplante Fertigstellung war bis Ende März 2010, anschließend sollte der Verkauf stattfinden.

„Luxor Cyber City“ ist ein IT-Park in der Nähe von Delhi, es ging um die Errichtung von 454.000 m² Bürofläche speziell für IT-Unternehmen.

Die mittelbaren Beteiligungen der DFH Indien Fonds  sehen bei den einzelnen Projekten wie folgt aus:

Tech Oasis: die mittelbare Beteiligung beläuft sich auf 25 %.

Manjeera: die Fondsgesellschaft ist mit 59 % „an einer mauritischen Gesellschaft“ beteiligt, die wiederum 49 % an der Projektgesellschaft hält.

Tata Colony: die Fondsgesellschaft ist mit 48 % „an einer mauritischen Gesellschaft“ beteiligt, die wiederum 28,99 % an der Projektgesellschaft hält.

Lady Ratan Seasons/MIG Bandra: die Fondsgesellschaft ist mit 55 % „an einer mauritischen Gesellschaft“ beteiligt, die wiederum 49 % an der Projektgesellschaft hält.

Luxor Cyber City: 15 % „an einer Mauritiusgesellschaft“, die wiederum 49,4 % an der Projektgesellschaft hält

Die mittelbaren Beteiligungen der Fondsgesellschaft an den Projektgesellschaften liegen somit zwischen 7,4 % und ca. 25 %. Dies ist viel zu wenig, um Kontroll- oder Mitspracherechte wahrnehmen zu können.

Auf die damit verbundenen Risiken hätten die Anleger hingewiesen werden müssen, was sehr häufig nicht geschehen ist.

Der Verweis auf das Beratungsprotokoll und/oder den Verkaufsprospekt entlastet die Bank nur dann, wenn diese Unterlagen dem Anleger rechtzeitig übergeben worden sind. Eine Übergabe im Zeichnungstermin ist jedenfalls nicht rechtzeitig. Gab es nur einen Beratungstermin und verweist die Bank zur vermeintlichen Erfüllung der Beratungspflichten lediglich auf das Beratungsprotokoll und/oder den Prospekt, ist dies regelmäßig nicht ausreichend.

Im Prospekt werden die Immobilien als sicher, rentabel und wertbeständig angepriesen. Keines der Projekte ist bis heute fertiggestellt!

 

IMG_6603 (2)-2 Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser steht Ihnen für eine unverbindliche telefonische Kontaktaufnahme und kostenlose Erstberatung unter der Tel.-Nr. 0431/99 69 7080 gern zur Verfügung.