Santander Vermoegensverwaltungsfonds Kapitalprotekt

Bürogebäude in Frankfurt, Deutschland

Die SEB Investment GmbH, Frankfurt, hat mitgeteilt, dass die Rücknahme von Anteilen an dem Santander Vermögensverwaltungfonds Kapitalprotekt Substanz, Kapitalprotekt und Total Return (WKN SEB1AM/ISIN DE000SEB1AM4 Anteilklasse P, WKN SEB1AN/ISIN DE000SEB1AN2 Anteilklasse I, WKN SEB1AA/ISIN DE000SEB1AA9(Anteilklasse P), WKN SEB1AD/ISIN DE000SEB1AD3 (Anteilklasse I)) durch die Fondsgesellschaft endgültig ausgesetzt wird. Die Verwaltung des Sondervermögens wird durch die SEB Investment GmbH mit Wirkung zum 30.6.2017 gekündigt. Das Verfahren zur Auflösung sieht vor, den Erlös aus der Veräußerung von Vermögenswerten des Sondervermögens abzüglich der Kosten an die Anleger zu verteilen, teilt die SEB mit. Die Zahlungen sind unter anderem abhängig davon, welche Beträge die ebenfalls in Abwicklung befindlichen Zielfonds, zum Beispiel SEB Immoinvest, CS Euroreal, AXA Immoselect oder KanAm Grundinvest an den Santander Vermögensverwaltungfonds ausschütten. Die erste Ausschüttung ist im Januar 2014 erfolgt. Diese wurde offenbar im wesentlichen aus den vorhandenen liquiden Mitteln bedient. Ein Termin für die zweite Ausschüttung steht noch nicht fest.

Viele Anleger überlegen jetzt, ob sie abwarten oder selbst aktiv werden sollen.
Für geschädigte Anleger bestehen sehr gute Chancen, ihre Investition im Wege des Schadenersatzes zurückzuhalten.

Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Ingo Gasser hat bereits eine Vielzahl von betroffenen Anlegern erfolgreich vertreten.

Diese Ansatzpunkte möchten wir dabei hervorheben:

Den Kunden wurden in vielen Fällen Anteile an dem SEB Vermögensverwaltungfonds Kapitalprotekt noch zu einem Zeitpunkt verkauft, zu dem Zielfonds, in die der Fonds investiert war, bereits geschlossen waren. Wurde hierauf bei der Beratung nicht hingewiesen, liegt ein eklatanter Beratungsfehler vor, der geeignet ist, eine Schadensersatzverpflichtung zu begründen.

Mit Kunden mit einem Anlagevolumen ab ca. 100.000 € wurde regelmäßig zusätzlich ein so genannter Vermögensverwaltungsvertrag Fonds abgeschlossen. In diesem Zusammenhang verpflichtete sich die SEB, im Rahmen einer gewählten Strategie das Geld in einen SEB Vermögensverwaltungfonds zu investieren und nach eigenen Ermessen und ohne vorherige Einholung einer Weisung zu verwalten.

Bei der Anlagestrategie SEB Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt wurde eine auf Kapitalerhalt ausgelegte Anlagestrategie bei sehr geringem Risiko vereinbart.

In dem Santander Vermögensverwaltungfonds Kapitalprotekt waren jedoch etliche offene Immobilienfonds als Zielfonds enthalten, die wegen der hohen Mittelabflüsse bereits ab 2008 geschlossen worden waren, eine weitere Schließungswelle vollzog sich im Mai 2010.

Bereits ab Ende 2005/Anfang 2006 zeichnete sich ein ansteigendes Risiko bei offenen Immobilienfonds ab.Schon am 13.12.2005 kam es zur Aussetzung der Rücknahme von Anteilen an einem offenen Immobilienfonds. Die Deutsche Bank-Tochter DB Real Estate nahm ihren 6 Milliarden € schweren Fonds Grundbesitz-Invest vom Markt, nachdem die Anleger wegen bevorstehender Immobilien-Wertberichtigungen aus ihren Anteilen regelrecht geflüchtet waren.

Am 17.1.2006 wurde der offene Immobilienfonds US-Grundinvest von KanAm geschlossen. Grund waren massive Abflüsse von liquiden Mitteln.

Zwei Tage später schloss KamAm einen weiteren offenen Immobilienfonds.

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht im Jahre 2007 unter dem Titel „Open-end real estate funds in Germany genesis and crisis“ ein Diskussionspapier, das sich ausführlich mit dem Problem der Anfälligkeit offener Immobilienfonds für Liquiditätsrisiken befasst.

Ob sich vor diesem Hintergrund eine Investition in offene Immobilienfonds über den Dachfonds SEB Vermögensverwaltungsfondskapitalprotekt mit einer auf Kapitalerhaltung ausgelegten Anlagestrategie verträgt, darf deshalb bezweifelt werden.

Besonders brisant ist, dass zu den geschlossenen Zielfonds, in die der Dachfonds SEB Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt bereits von Beginn an investiert war, offene Immobilienfonds gehörte, die hauseigene Produkte der SEB Bank waren.

Zu nennen ist in diesem Zusammenhang der SEB Immoinvest.

Der Bundesgerichtshof hat in seiner bekannten Rechtsprechung zu den Rückvergütungen stets betont, dass es sich bei dem Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte um einen allgemeinen zivilrechtlichen Grundsatz handelt. Wird dagegen verstoßen, führt dies zu Schadensersatzansprüchen und der Anleger kann im Ergebnis seinen Schaden ersetzt verlangen.

Der Interessenkonflikt der SEB/Santander besteht in folgendem:

Die SEB hat mit vermögenden Anlegern ab einem Anlagevolumen von ca. 100000,- € regelmäßig einen speziell auf den Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt zugeschnittenen Vermögensverwaltungsvertrag abgeschlossen. Dadurch hatte  die SEB nicht nur die anfängliche Verpflichtung, eine anleger- und objektgerechte Beratung vorzunehmen, sondern sie war gegenüber diesen Kunden zudem verpflichtet, die Anlage laufend zu beobachten und ggf. zu handeln – oder zumindest Warnhinweise zu geben. Da es sich bei dem SEB Vermögensverwaltungsfonds um einen „hauseigenen“ Fonds handelte, war dadurch ein elementarer Interessenkonflikt vorprogrammiert.

Auch die Anleger, die vor dem 5.8.2009 gekauft haben und für die deshalb grundsätzlich die dreijährige Verjährungsfrist des § 37a WpHG zu beachten ist, sollten sich dieses Argument zu Nutze machen. Denn § 37a WpHG gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht bei Vorsatz. Wurde ein Vermögensverwaltungsvertrag abgeschlossen, steht die Vorschrift des § 37a WpHG mit der kurzen Verjährung ohnehin nicht entgegen, weil diese Vorschrift sich nur auf die Verletzung von Beratungspflichten und nicht auf die Verletzung der weitergehenden Pflichten aus einem Vermögensverwaltungsvertrag erstreckt.

Im Übrigen bestehen in diesen Fällen regelmäßig auch weitere rechtliche Ansätze für eine Schadensersatzhaftung.

Fakt ist, dass die Vermögensverwaltung nicht reagiert hat, als die Ende 2008 begonnene Krise der offenen Immobilienfonds bei zahlreichen Fonds zur Aussetzung der Anteilsrücknahme geführt hatte. Selbst als ab Herbst 2010 die ersten Fonds liquidiert wurden, reagierte die Santander Vermögensverwaltung nicht.

Dabei dürfte klar sein, dass durch die Aussetzung der Anteilsrücknahme in einer Reihe von Zielfonds das Ausfallrisiko auch für Inhaber des Vermögensverwaltungsfonds gestiegen ist. Mit Beginn der Liquidation einzelner Zielinvestments sind Verlustrisiken für die Inhaber des Vermögens Verwaltungsfonds entstanden. Derartige Verlustrisiken sind mit einer sicherheitsorientierten Anlage nicht vereinbar. Im Rahmen eines Vermögensverwaltungsvertrages hätte für die Santander Bank/SEB die Verpflichtung bestanden, aus dem Dachfonds auszusteigen. Selbst wenn man annehmen wollte, dass das Ermessen der Santander/SEB noch nicht reduziert war auf die Vornahme des Ausstiegs aus dem Dachfonds, hätte zumindest ein Hinweis an die Anleger erfolgen müssen auf die entstandene Problematik und die daraus folgenden Risiken und die Unvereinbarkeit mit einer sicherheitsorientierten Anlage. Dies erfolgte lange Zeit nicht; erst im Jahresabschlussbericht 2011 – nach Schließung des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz – wurden die Kunden informiert über die Lage in den Zielfonds, die die Rücknahme der Anteile ausgesetzt hatten und dass die Abwicklung einiger konkreter Zielfonds droht. Das reicht nicht.

Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser hat bereits eine Reihe von Anlegern des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt in gerichtlichen Verfahren erfolgreich vertreten und vertritt weitere geschädigte Anleger in gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren.

Um die Erfolgschancen Ihres Falles zuverlässig einschätzen zu können, ist es erforderlich, die speziellen Umstände und die Beratungssituation von Ihnen zu erfahren. Zu diesem Zweck stellen wir Ihnen ein Kontaktformular zur Verfügung.