SEB Immoinvest

 

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Der Immobilienfonds SEB Immoinvest muss aufgelöst werden.Dies geschieht seit dem 7. 5. 2012. Zuvor war bereits die Rücknahme von Anteilen zweimal ausgesetzt worden, zuerst vom 29.10.2008 bis zum 29.5.2009 und dann ab 5.5. 2010 erneut. Trotz Aussetzung der Rücknahme der Anteile war es dem Management des Fonds nicht gelungen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Die Rücknahmewünsche überstiegen auch zwei Jahre später, im Mai 2012, die vorhandene Liquidität deutlich. Dies zwang zu der Entscheidung, den Fonds aufzulösen.

Nunmehr soll der Fonds bis zum 30.4.2017 liquidiert werden. Die vorhandenen Immobilien werden in diesem Zeitraum veräußert. Ob die Verkaufserlöse ausreichen werden, die Anleger vor Verlusten zu bewahren, lässt sich zurzeit nicht sagen. Vermutet werden darf, dass die Wahrheit zum Schluss kommt.:Erst wenn bekannt ist, zu welchen Preisen die am schwersten veräußerlichen Immobilien verkauft werden konnten, wird feststehen, welcher Verlust den Anlegern entstanden ist.

Betroffene Anleger müssen jetzt tätig werden. Zuerst sollte geprüft werden, ob die Anlage wegen Verstosses gegen Beratungspflichten zurückgegeben werden kann. Anleger würden auf diese Weise ihre Investition zurückerlangen, bräuchten nicht in eine ungewisse Zukunft zu schauen und hätten sofort wieder die Liquidität.

Geltend zu machen sind derartige Schadensersatzansprüchen schon jetzt.

Betroffene Anleger können mit der Entscheidung nicht bis 2016 oder 2017 warten. Zu diesem Zeitpunkt wären Schadensersatzansprüche bereits verjährt.

Wer erstmals 2011 über die Verlängerung der Aussetzung der Rücknahme der Anteile informiert wurde, muss noch in 2014 tätig werden, um den drohenden Verjährungseintritt zu verhindern.

Dies ergibt sich aus folgendem: wenn der Anleger nicht über die Möglichkeit der Aussetzung der Anteilssrücknahme und das Schließungsrisiko vor dem Erwerb belehrt worden ist, liegt darin ein Pflichtverstoß der beratenden Bank. Dies hat der Bundesgerichtshof jetzt in einer Entscheidung vom 29.4.2014 (XI ZR 477/12) entschieden. Dieser Pflichtverstoß ist geeignet, einen entsprechenden Schadensersatzanspruch zu begründen. Für viele betroffene Anleger dürfte die Möglichkeit bestehen, sich auf diese Argumentation zu stützen.

Aufpassen müssen Anleger jedoch, dass der Anspruch nicht verjährt. Für Käufe ab dem 5.8.2009 gilt die Verjährungsfrist der §§ 195, 199 BGB. Diese beträgt 3 Jahre, wobei der Verjährungsbeginn allerdings erst mit dem Schluss des Jahres einsetzt, in dem der Anleger Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Anspruchsgegners und von den anspruchsbegründenden Umständen erlangt. Vereinfacht gesagt muss die Kenntnis so beschaffen sein, dass der Anleger eine schlüssige Klage mit den ihm zur Verfügung stehenden Informationen erstellen könnte.

Da die Anleger des SEB Immoinvest spätestens 2012 von der Schließung des Fonds unterrichtet worden sein dürften, häufig aber auch schon davor, läuft jetzt die Uhr. Ein Abwarten bis zum Schluss, ohne verjährungshemmende Maßnahmen zu ergreifen, würde jedenfalls unweigerlich zur Verjährung der Ansprüche führen.

Die Kanzlei Dr. Ingo Gasser vertritt bereits eine Reihe von Mandanten in Verfahren wegen Rückabwicklung der Anlage in SEB Immoinvest und steht auch Ihnen mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen zur Verfügung. Um die Erfolgschancen Ihres Falles zuverlässig einschätzen zu können, ist es erforderlich, die speziellen Umstände und die Beratungssituation von Ihnen zu erfahren. Zu diesem Zweck stellen wir ein Kontaktformular bereit.